Newsletter für Eltern
Elterninformation zur Kurswahl Klasse 11 |
Liebe Eltern des MPG.
Ich war im diesem gerade endenden Schuljahr als Vertreterin unserer GEV auf vielen BEA –Sitzungen und wollte Ihnen kurz von den Diskussionspunkten berichten. Das wichtigste Ergebnis aller Sitzungen ist sicher die Rote Karte –Aktion
, mit der sich Eltern gegen die massive Unterfinanzierung der Schulen wenden (nachzulesen auf der Seite des Landeselternausschusses www.LEA-Berlin). Durch die regelmässigen Gäste der BEA Sitzungen - unter anderen Frau Schrader, Bezirksrätin für Jugend und Sport, Mitte und Schulrätin Frau von Braun, und durch unsere Vertreter vom LEA erfuhren wir bei jeder Sitzung viel über die finanzielle Misere in Mitte. Es gibt z.B. einen Sanierungsstau, der bei 65Mio. Euro liegt. Viele Projekte verzögern sich über Jahre. Unter anderem deswegen kann einer Klassenrückstruktur nicht Rechnung getragen werden, weil an manchen Schulen schlichtweg die Räume fehlen. Die durch einen UN-Beschluss geforderte INKLUSION, das heißt, Integration von Schülern mit Behinderung in den normalen Schulalltag, kann unmöglich kostenneutral realisiert werden. Die Mittel, die der Bezirk für die Umstrukturierung erhält, sind aber verschwindend gering. Trotzdem werden an vielen Schulen jetzt bauliche Veränderungen vorgenommen, um die an sich willkommene Inklusion zu verwirklichen. An unserer letzten Sitzung vor den Ferien waren Bezirksvertreter der verschiedenen Parteien geladen, die versuchten, den Handlungsspielraum eines Bezirks wiederzugeben. Neben allen Verschiedenheiten (Linke Fraktion möchte Gemeinschaftsschulen und Sekundarschulen stärken, die CDU und FDP wollen die Gymnasien nicht länger benachteiligt wissen, grüne und SPD setzen sich auch für die Weiterentwicklung der integrierten Sekundarschule ein) waren sich doch alle einig, dass die Klassenfrequenz vor allem in Bezirken mit sozialen Brennpunkten herabgesetzt werden muss, dass es ein größeres Förderprogramm schon in den Grundschulen geben muss, damit nicht, wie im letzten Jahr in Mitte von 2118 Schülern 300 keinen Schulabschluss machen!! Leider hat der Bezirk keine Einnahmen, sondern bekommt eine Budgetierung vom Senat. Die Eltern des BEA diskutierten, ob man einen Fond einrichten könnte, und Geld aus der Wirtschaft aquirieren sollte!! Letztlich forderten die Bezirkspolitiker von den Eltern mehr Engagement. Es gäbe ungenutzte Möglichkeiten am eigenen Schulprofil aktiv mitzugestalten! Dadurch, dass das Schulgesetz dem Elternwillen Platz einräumt, könnten sich Eltern viel mehr beteiligen. Das betrifft auch die neue Regelung am Gymnasium, nach der 12.Klasse schon das Abitur machen zu müssen. Außer, dass die Regelung an bestimmten Schulen schon von Schülern unterlaufen wird (in dem sie das 11.Schuljahr freiwillig wiederholen). Könnten sich auch die Eltern dafür einsetzen, dass diese ungute Regelung rückgängig gemacht wird. Die meisten Eltern haben Angst, dass durch die Verkürzung der Lernzeit einfach Stoff wegfällt, ihre Kinder unter hohem Druck pauken, aber letztlich schlechter auf Berufsleben und Studium vorbereitet sind!! Die Zusammenfassung ist nicht vollständig, aber ich gab mir Mühe, das Wesentliche zu erfassen. Einen wichtigen Punkt zum Schluss... CYBERMOBBING. Mir ist im Moment nicht bekannt, dass unsere Schule damit zu tun hat, aber jedenfalls raten die betroffenen Eltern, sofort darüber zu sprechen, auch mit Polizei zusammen zu arbeiten, weil es sonst schnell sehr problematisch werden kann.
Anna Stieblich